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Germain Metternich (1811-1862)

zuletzt aktualisiert: 15.08.2007

Germain Metternich (1811-1862)
Germain Metternich (1811-1862)

Germain Metternich war der Sohn von Mathias Metternich, eines führenden Klubisten, der 1893 zum Vizepräsidenten des Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents – des ersten demokratisch gewählten Parlaments auf deutschem Boden – gewählt worden war. 1811 in Mainz geboren, schlug Germain Metternich zunächst eine militärische Laufbahn in Hessen ein, die allerdings 1832 endete. In den folgenden Jahren war er in der freiheitlichen Bewegung des Vormärz engagiert. Unter anderem war er der Leiter des Mainzer Kontingents beim Hambacher Fest im Mai 1832. Aufgrund seiner politischen Betätigung wurde er mehrmals festgenommen und musste eine Haftstrafe auf der Marksburg absitzen. Anschließend floh er in die Schweiz.

Als er 1847 in seine Heimatstadt zurückkehrte, wurde er Vorstandsmitglied des dortigen Turnvereins. Nach Beginn der Revolution im Frühjahr 1848 ernannte ihn der Oberst der Mainzer Bürgerwehr, Franz Zitz, zu seinem Adjutanten. Außerdem war Metternich Leiter einer speziellen „Turnereinheit“. Ende April 1848 wurde er in die Mainzer Ortsgruppe des „Bundes der Kommunisten“ (eine frühe Organisation der Arbeiterbewegung, deren Zentrale sich in Brüssel befand) aufgenommen. Nach Gründung des „Demokratischen Vereins“ trat er diesem bei und wurde auf dem ersten Demokratenkongress in Frankfurt im Juni 1848 in den provisorischen Zentralausschuss der deutschen Demokraten gewählt.

Nach seiner Beteiligung am Frankfurter Septemberaufstand musste er abermals in die Schweiz fliehen, kehrte während der Reichsverfassungskampagne im Jahr 1849 zurück und flüchtete nach der Niederschlagung des pfälzisch-badischen Aufstands erneut in die Schweiz. In einem Hochverratsprozess in Mainz 1850 wurde er zwar freigesprochen, jedoch ausgewiesen. Als man ihn auch aus der Schweiz auswies, wanderte er 1850 nach New York aus. Auch in seiner neuen Heimat engagierte er sich in der sozialistischen Turnerbewegung. Als entschiedener Gegner der Sklaverei meldete er sich im amerikanischen Bürgerkrieg im April 1861 freiwillig zur Unionsarmee und fiel 1862 kurz vor dem Sieg der Nordstaaten auf der Atlantikinsel Tybee (South Carolina). Die Abbildung zeigt ihn mit Heckerhut und Flinte. (ss)

 


Literatur:

  • Richard Falck: Germain Metternich. Ein deutscher Freiheitskämpfer. Der letzte Staatsgefangene der Marksburg. Eine Lebensbeschreibung. Mainz 1954.
  • Martin Hundt: Metternich, German Franz. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte der demokratischen und liberalen Bewegungen in Mitteleuropa (Bd. 2; Teil 1), hrsg. von Helmut Reinalter, Frankfurt a. M. 2005, S. 195-197.
  • Mainz und die Soziale Frage in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum 100. Todestag von Oberbürgermeister Wallau und Bischof Ketteler. Katalog zur Ausstellung im Rathaus-Foyer Mainz, 4. August bis 4. September 1977, bearb. v. Friedrich Schütz. Mainz 1977, S. 35f.

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